Motorbootführerschein

admin April 2nd, 2007

Am Bodensee wird für das Führen von motorbetriebenen Vergnügungsfahrzeugen ( Amtsdeutsch für Motorboote), die über eine Motorleistung von mehr als 6 PS (ca. 4,4 kW) das Bodenseeschifferpatent der Kat. A (Motorbootführerschein) benötigt.

Wichtig hierbei ist (und aus diesem Grund „motorbetriebene Vergnügungsfahrzeuge“), dass auch für ein Segelboot oder eine Segelyacht ein Motorbootführerschein vorgeschrieben ist, wenn sich an Bord ein Motor befindet, der mehr als die o.g. genannten 6 PS Leistung aufweist.

Das Bodenseeschifferpatent Kat. A (Motorbootführerschein) kann ab dem 18. Lebensjahr erworben werden und gilt auf dem Bodensee ohne Längen- und Leistungsbeschränkung. Jedoch darf man mit dem Bodenseeschifferpatent der Kategorie A nur Sportboote fahren. Ab dem 21. Lebensjahr ist jedoch auch möglich Fahrgastschiffe, die für maximal 12 Fahrgäste zugelassen sind, auch gewerblich zu führen. Wichtig ist hierbei jedoch die maximal zulässige Personenzahl der Schiffe, nicht wie viele Personen sich tatsächlich an Bord befinden (also nicht gleich daran denken einen Bodensee Dampfer zu chartern)!

Das Bodenseeschifferpatent der Kategorie A wird von den zuständigen Landratsämtern (Schifffahrtsamt) am Bodensee geprüft. Die Prüfung zum Bodenseeschifferpatent besteht aus einem theoretischem und einen praktischem Teil.

Die Theorieprüfung zum Bodenseeschifferpatent
Die Theorieprüfung zum Bodenseeschifferpatent umfasst einen Allgemeinteil inklusive Zulassungsvorschriften für Boote (Bodenseezulassung, EU-Sportbootrichtlinie, Registrierung von Booten auf dem Bodensee, etc.), Fragen und Informationen zu Schallzeichen, Lichterführung und optischen Signalen auf dem Bodensee, die Bodensee Schifffahrtszeichen, Ausweich- und Fahrregeln auf dem Bodensee, Umweltschutz und Seemannschaft auf dem Bodensee, Wetterkunde (der Bodensee hat ein spezielles Wetter) und Navigation (terrestrische Navigation/Kreuzpeilung), sowie Fragen zu den Rheinstrecken, die auch mit dem Bodenseeschifferpatent befahren werden dürfen (Alterrhein, Seerhein). Die Fragen beim Bodenseeschifferpatent in der theoretischen Prüfung sind, im Gegensatz zu den Fragekatalogen beim Sportbootführerschein, im Multiple-Choice Verfahren gestellt; d.h. dass beim Bodenseeschifferpatent die Antworten nicht geschrieben und formuliert werden müssen. Zu jeder Frage gibt es stets drei mögliche Antworten, wobei nur eine davon richtig ist, also keine Mehrfachnennung. Die Theorieprüfung zum Bodenseeschifferpatent wird von den Landratsämtern am Bodensee durchgeführt. Während der Saison finden nahezu wöchentlich Prüfungen statt. Ihre Bodensee Segelschule, die den Motorbootführerschein ausbildet, informiert sie ausführlich über Termine und vorbereitende Theoriekurse.

Generell empfiehlt es sich an einem Theoriekurs zum Bodenseeschifferpatent teilzunehmen. Eine gute Segelschule hilft beim Erfassen des umfangreichen Theoriestoffs mit kleinen Geschichten, Anekdoten und Eselsbrücken. So minimiert sich der Lernaufwand beim Bodenseeschifferpatent erheblich und es bleibt genügend Zeit für das (neue) Hobby und schöne stressfreie Stunden auf dem Bodensee.

Die praktische Prüfung zum Bodenseeschifferpatent
Eine Reihe von unterschiedlichen Manövern wird bei der Prüfung zum Bodenseeschifferpatent vom Bewerber abverlangt. Grundsätzlich geht es darum, dass der Bewerber das Motorboot sicher führt und im Griff hat, also genau weiß was er tun muss, damit das Motorboot so und so reagiert. Speziell werden jedoch Kursfahrten, Mann über Bord Manöver (Boje über Bord), kursgerechtes Aufstoppen, Anlegen (steuerbord- und backbordseitig), Wenden auf engem Raum und Fahrten in Boxen (rückwärts und recht voraus) geprüft. Ferner werden noch wichtige Seemannsknoten und –stege geprüft. Darüber hinaus stellen die Prüfer bei der praktischen Prüfung zum Bodenseeschifferpatent dem Bewerber noch Fragen rund um die Seemannschaft und Navigation.

Als Besonderheit kann in Kombination mit der Prüfung zum Bodenseeschifferpatent Kategorie A, also dem Motorbootführerschein, eine kleine Zusatzprüfung mit abgelegt werden. Bei dieser Prüfung werden dann weitere Manöver geprüft die für den amtlichen Sportbootführerschein See relevant sind. Damit hat der Inhaber des Bodenseeschifferpatents Kat. A mit optional abgelegter Zusatzprüfung für den Sportbootführerschein See die Möglichkeit selbigen ohne praktische Prüfung zu erwerben; d.h. es muss dann nur noch ein Theoriekurs in der Segelschule mit anschließender theoretischer Prüfung vor einem DSV-Prüfungsausschuss abgelegt werden. Inhalt dieser, oft fälschlicher Weise Navigations-Prüfung genannter Zusatzprüfung sind, weitere Kursfahrten (nach Kompass und Peilung/Deckung), kursgerechtes Aufstoppen, weitere Hafenmanöver, sowie der Umgang mit Lifebelt, Lifeline und ein einer erweiterten Prüfung zur Navigation (Kurs und Standortbestimmung mittels Kreuzpeilung).

Eine gute Segelschule wird die praktische Ausbildung zu einem Pauschalpreis (inkl. „Navigation“) anbieten, also zu einem Fixpreis solange mit Ihnen üben, bis Sie sicher durch die Prüfung kommen und darüber hinaus auch das Motorboot sicher beherrschen. Hier gilt es genau zu vergleichen! Einige Schulen bieten nämlich nur wenige praktische Fahrstunden in ihrem Angebot an; weitere Übungsstunden müssen dann meist teuer bezahlt werden! Also nicht gleich von den Aktionspreisen blenden lassen! Ferner gilt zu überprüfen auf was für einem Motorboot ausgebildet wird. Handelt es sich um ein veraltetes Boot mir starrer Antriebswelle und schwachem Dieselmotor (aus Kostengründen oft eingesetzt) oder kommt ein modernes Schulungsboot zum Einsatz, dass über einen Außenborder oder Z-Antrieb verfügt? Denn später werden Sie auch nicht mit einem alten Fischerboot (und Ohrenschützern gegen den Lärm) auf dem Bodensee schippern, oder?

Ein weiterer großer Vorteil des Bodenseeschifferpatents, neben der Option die Zusatzprüfung für den Sportbootführerschein See mit prüfen zu lassen, ist dass das auf dem Bodensee gültige Bodenseeschifferpatent ohne weitere Prüfung in den amtlichen Sportbootführerschein Binnen umgeschrieben werden kann. Somit kann man neben dem Bodensee auch auf so gut wie allen Binnengewässern ein Sportboot (Motorboot) führen. Hierzu berät auch wieder ihre Segelschule am Bodensee gerne und ausführlich. Nutzen Sie also die vielen Vorteile des Bodenseeschifferpatents!

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